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30. April 2015 · 10 Kommentare

Salz

Beschreibung:
Speisesalz besteht überwiegend aus Natriumchlorid (NaCl), das in der Natur als Mineral Halit (Steinsalz) vorkommt. Weitere wichtige Bestandteile von Salz können Calcium, Magnesium oder Phosphor sein.

Neben der ernährungsphysiologischen Bedeutung (notwendig für den menschlichen Organismus) und Geschmacksgebung bzw. Geschmacksabrundung (siehe auch Brotgewürz) hat Salz erhebliche backtechnische Vorteile.

Teige mit optimaler Salzkonzentration (1,8-2,2 %) sind widerstandsfähiger, toleranter gegen die Kneteinwirkung und oxidieren nicht so stark. Unter anderem festigt Salz das Klebergerüst in Weizenteigen und hemmt die Aktivität der stärkeabbauenden Amylase in Roggenteigen.

Je weniger Salz, umso schlechter Gärtoleranz, Porung, Volumen, Form, Ausbund, Krustenfarbe, Geschmack und Kaueigenschaften. Zuviel Salz wiederum hemmt die Hefen und führt zu ähnlichen Nachteilen wie eine zu geringe Salzbeigabe.

Eine Salzreduktion in Nahrungsmitteln, insbesondere in Backwaren, wird in den USA und in den EU-Ländern angestrebt. Sie wird z.Zt. kontrovers diskutiert.

Speisesalz wird vor allem als Steinsalz oder als Meersalz gewonnen. Steinsalz ist aus geologischer Sicht auch Meersalz, jedoch einige Hundert Millionen Jahre älter als das heute gewonnene Produkt.
Steinsalz ist ein Gestein, das sich durch Verdunstung aus Meerwasser gebildet hat. Große einheimische Steinsalzlagerstätten befinden sich vor allem im norddeutschen und südwestdeutschen Raum. Dieses Gebiet war vor etwa 255 Millionen Jahren (Perm-Zeit) von einem flachen Meer, dem Zechsteinmeer, bedeckt, das bis nach Polen, Skandinavien und die Nordspitze Großbritanniens reichte. Damals herrschte subtropisches Klima, das zum raschen Verdunsten des Meerwassers führte, solange die Frischwasserzufuhr durch Flüsse niedrig blieb. Die im Meerwasser gelösten Stoffe wie Natrium, Chlorid, Calcium, Sulfat oder Kalium wurden aufkonzentriert und fielen bei Übersättigung des Meerwassers als Feststoffe zu Boden. Je nach Lösungsfähigkeit der Feststoffe bildeten sich dabei typische Gesteinsabfolgen. Zunächst kristallisiert Kalk (Calciumkarbonat, CaCO3) aus, gefolgt von Gips (Calciumsulfat, CaSO4), Steinsalz (Natriumchlorid) und Kalisalz (Kaliumchlorid, KCl). Diese Prozesse wiederholten sich durch einen mehrmaligen Wechsel von Meeresspiegelanstieg und erneuter Verdunstung, sodass heute Steinsalzlagerstätten von mehreren Zehnermetern Mächtigkeit abgebaut werden können. Hinzu kommt, dass Salz plastisch auf Druck reagiert und eine geringere Dichte als die später über ihm abgelagerten Sedimentgesteine besitzt. Durch deren Auflast wird das flach abgelagerte Steinsalz über Jahrmillionen als Salzdom (Salzstock) nach oben gedrückt. Die Lagerstättenmächtigkeit vervielfacht sich dadurch zu mehreren Hundert Metern.
Etwas jüngere Lagerstätten aus der Zeit der Trias (vor 250–200 Millionen Jahren) werden im Voralpenraum gewonnen.

Deutschland deckt seinen Steinsalzbedarf überwiegend aus eigenen Lagerstätten. Die Salzgewinnung erfolgt vorrangig untertägig in großen Bergwerken bis 800 m Tiefe oder mittels Solverfahren. Dabei wird von der Tagesoberfläche aus über Bohrlöcher Süßwasser in den Salzstock gedrückt. Das Wasser löst etwa 26 % Salz, wird anschließend nach oben gepumpt und mittels Eindampfung zu Salz gewandelt oder als wässrige Lösung (Sole) vermarktet. Bei diesem Verfahren können unterirdische Kavernen von mehr als 100 m Breite und mehreren Hundert Metern Höhe entstehen. Die untertägige Gewinnung im Bergbau erfolgt mittels Sprengung und Großtechnik zur Förderung. Das Steinsalz wird über Schächte nach übertage gebracht und aufbereitet.

Meersalz wird durch Sonnenenergie in abgetrennten, mit Meerwasser gefüllten Becken auskristallisiert. Dabei kann eine ähnliche Abfolge von Kristallisaten wie in den Steinsalzlagerstätten entstehen. Nur die oberste Schicht, das Natriumchlorid, wird im noch nicht vollends verfestigten Zustand abgeschöpft, zumeist durch Umkristallisation gereinigt und mit einer Restfeuchte von bis zu fünf Prozent in den Handel gebracht.

Quelle:
Lutz Geißler

Aktualisiert am 30. April 2015 |

10 Kommentare

  1. Hallo Lutz,

    ich nehme Luisenhaller Steinsalz (http://www.siedesalz.de), weil es subjektiv empfunden besser schmeckt und nicht so beißend intensiv ist wie raffiniertes Kochsalz aus dem Supermarkt. Allerdings muss ich ca. 30% mehr zugeben als in Deinen Rezepten angeführt, sonst wirds fade. Welches Salz benutzt Du in der Regel?

  2. Es gibt chemisch gesehen keine chlorid oder sulphataulagerungen, da dies Salze sind. Es wird Natriumchlorid, Kaliumchlorid und Calciumsulphat ausgeschwemmt. Auch ist zu bemerken, dass Magnesiumchlorid wichtig ist! Abraço Ralph

  3. Hallo Lutz, wie bekomme ich schnellstmöglich meine e-mail-Anschrift aus Deinem Blog wieder raus? Ist bei alle Kommentaren zu sehen.Ksnn hier jeder diese e-mail-Anschrift sehen? Ich möchte Missbrauch verhindern. Danke Heidi

  4. Hallo Lutz,
    wie genau bestimme ich die Salzmenge von 1,8-2,2%?
    Worauf beziehe ich mich?
    Bezieht sich die Prozentangabe nur auf die Mehlmenge oder wie bei der Netto-TA auf alle Getreideprodukte im Teig (einschließlich z.B. Schrot im Brühstück)?
    Vielen Dank und Grüße, Thomas

    • Prozentangaben beziehen sich immer auf die Gesamtgetreideerzeugnismenge, die im Brot verarbeitet ist (im Regelfall also die Mehlmenge).

  5. Hallo Lutz, bin gerade dabei dein Körnerbrot von Buch 1 zu machen, und habe mich bei der Mengenumrechnung verrechnet, wodurch ich beim Quellstück die doppelte Menge Wasser verwendet habe. Nachdem ich mir draufgekommen bin, habe ich die Hälfte rausgeleert, nur ist halt da auch das gelöste Salz drinnen gewesen. Was denkst du, wieviel Salz muss ich nochmal rein geben? Halbe Menge? Oder haben die Staaten wohl auch schon Salz aufgenommen? Danke!

    • Die Saaten haben definitiv schon Salz gebunden. Ich würde einfach den Teig kosten und nach Gefühl Salz nachschütten.

  6. Hallo Herr Geisler,

    Ich habe einen Sauerteig Starter aus Roggenvollkornmehl hergestellt. Nun habe ich gelesen, dass es besser ist seinen Sauerteig auf Dinkelmehl Typ 630 oder Weizenmehl Typ550 umzuerziehen?

    Zutaten für den 2. Ansatz:

    50 g Dinkelmehl Typ630
    60ml Wasser lauwarm
    2 Esslöffel Sauerteig-Ansatz (Roggenvollkornmehl)

    https://www.br.de/radio/bayern1/sauerteig-100.html

    Dies habe ich dreimal wiederholt. Der Sauerteig schlägt blasen und riecht säuerlich. Der Sauerteig ist flüssiger.

    Ist das so richtig?

    Möchte ein Dinkelbrot aus Sauerteig backen.

    Freue mich über eine Antwort.

    • Ja, das klingt vernünftig. Ich würde aber besser nur 40-50 g Wasser verwenden. Dann ist der Sauerteig stabiler und der Reifegrad lässt sich besser ablesen.

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