BLOGBEITRAG

29. Dezember 2012 · 14 Kommentare

Fenstertest

Beschreibung:
Der Fenstertest dient zur Beurteilung des Klebergerüstes von Weizenteigen. Dazu wird ein etwa tischtennisballgroßes Stück vom gekneteten Teig abgenommen. Mit den Daumen und Zeigefingern beider Hände wird das Teigstück vorsichtig auseinander gezogen, sodass eine dünne Teigmembran entsteht.

Reißt die Membran sehr schnell, ist klebrig und kaum dehnbar, dann ist das Klebergerüst nur gering ausgeprägt. Der Teig muss noch deutlich länger geknetet werden.

Lässt sich eine dünne Membran ohne Einreißen ziehen, zeigt aber bei Gegenlicht noch helle und dunkle Stellen (d.h. dünnere und dickere Teigpartien), dann ist das Gerüst moderat ausgebildet. Im Normalfall reicht dieses Stadium aus, um den Teig weiterzuverarbeiten.

Ist die Membran gleichmäßig dünn, zeigt also bei Gegenlicht eine annähernd gleiche Helligkeitsverteilung und ist zudem straff, dann ist das Glutengerüst sehr gut ausgebildet. Der Teig sollte nicht weiter geknetet werden, da sonst die Gefahr des Überknetens bestünde. Das Gerüst würde zusammenbrechen und den Teig in eine weiche, klebrige, oberflächlich feucht glänzende Masse ohne Struktur verwandeln.

Quellen:
Lutz Geißler

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Aktualisiert am 11. Mai 2015 |

12 Kommentare

  1. Hallo Lutz,
    (ich hoffe, ich komm nicht wieder auf  auf die return-Taste und alles ist weg ..) Will sagen: Ich fange gerade an mich in Brotbackkünste einzuleben.  Dieser blog ist ein wahres Wunderwerk an Information und ich bin schon sehr dankbar daß es Menschen gibt die so gerne teilen …
    Jetzt hab ich zum fenster(l)n (ich komm aus Bayern) aber nichts gefunden, in den Kommentaren steht oft:  .. hat nicht oder gut  „gefenstert“. Das bezieht sich doch auf das fertige Brot und wie sieht das dann aus?
    vielen Dank für die Aufklärung
    und herzliche Grüße

  2. Hallo,
    oben steht der Fenstertest ist für Weizenteige geeignet. Inwieweit lässt sich der Test auf Dinkel- und Dinkelvollkornteige übertragen? Wie verhalten sich andere Mehlsorten?
    Viele Grüße

    • Alle Mehle, die im Teig ein Klebergerüst aufbauen können, kannst du mit dem Fenstertest auf ihr Gerüst prüfen, also auch Dinkel. Bei glutenfreien Mehlen und bei Roggenmehl funktioniert das nicht. Hier wird der Teig sowieso nur gemischt, nicht so intensiv geknetet wie Weizen.

  3. Hallo Lutz,
    bis zu welchem Anteil von Roggenmehl funktioniert der Fenstertest noch hinreichend gut?
    Gruß,
    Stefan

  4. Hallo,
    Funktioniert der Fenstertest auch bei sehr fettigem und/oder süßem Teig? Bei den veganen Burger Buns oder dem Sonntagsstuten zum Beispiel? 
    Das wird bei mir nämlich immer ne ziemlich klebrige Angelegenheit und auch wenn der Teig sehr elastisch ist, Fenster bekomme ich damit überhaupt nicht hin. 
    Viele Grüße 
    Dominik

    • Ja, bei allen Teigen mit Klebergerüst (Weizen, Dinkel, …). Länger kneten und die Teigtemperatur im Auge behalten (wärmer als 28°C = kein Kleberaufbau mehr).

  5. Hallo,

    ich backe gerade den Rosinenstuten aus „Die besten Brotrezepte für jeden Tag“. Laut Rezept wird der Teig vermischt (habe ich 4 Minuten gemacht) und gedehnt und gefaltet (habe ich jetzt 1x für ca. 2 Minuten gemacht.) Alles von Hand. Von Kneten ist im Rezept keine Rede. Wann mache ich denn dann den Fenstertest und was mache ich, wenn der nicht befriedigend ist? Doch kneten? Mehr dehnen und falten?

    Bis jetzt sieht der Teig ganz normal aus, ist aber auch klebrig. Vielleicht von den in Apfelsaft getränkten Rosinen?

    Vielleicht hat jemand eine Idee?
    Danke im Voraus 🙂 und viele Grüße! Elisabeth

    • Bei no knead-Rezepten ist der Fenstertest sinnlos, weil sich das Klebergerüst erst im Laufe der Ruhezeit entwickelt und dann schon Gas im Teig steckt, das den Fenstertest behindert. Ein klebriger Teig ist ein guter Teig :).

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  1. […] vier Touren gegeben und alle Ruhe- und Kühlzeiten eingehalten und ich habe beim Teigkneten den Fenstertest gemacht (hier gibt´s ein Bild). Belohnt wurde ich mit den schmackhaftesten, perfektesten und […]

  2. […] Fenstertest hilft bei der Beurteilung der Entwicklung des […]

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